Tracking – Google Analytics? Matomo? Was geht noch nach dem neuen EUGh-Urteil?

In diesem kurzen Beitrag soll die Frage geklärt werden, was nach dem Urteil des EUGh von Anfang Oktober 2019 noch geht im Bereich Tracking. Diese Info richtet sich an Websitebesitzer mit kleinem bis mittleren Tracking-Bedürfnissen. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, es gibt noch weitere Tracking-Methoden, die aber für den hier angesprochen Websites eher nicht relevant sein dürften.

Google Analytics war lange der Favorit vieler Website-Besitzer. Die Einrichtung einfach, die Daten umfassend und hilfreich, perfekt! Die DSGVO hat die Euphorie schon leicht gedämpft, da ab dem 25.Mai 2018 dann schon die Cookie-Banner (die wir alle so lieben) zur Pflicht wurden um den Besucher der Seite wenigstens auf die Verwendung von Cookies und Tracking HINZUWEISEN.

Mit dem neuen EUGh Urteil von Anfang Oktober 2019 wurden die Vorgaben noch einmal deutlich verschärft. Ab sofort ist das Setzen von Tracking-Cookies ohne die VORHERIGE Zustimmung des Besuchers nicht mehr zulässig. Das bedeutet, das Tracking-Script darf erst geladen werden, nachdem der User diesem zugestimmt hat.

Somit ist also spätestens JETZT klar: Analytics ist nicht mehr sinnvoll oder legal zu gebrauchen. Denn ein Großteil der Benutzer wird dem Tracking nicht zustimmen. Und wie aussagekräftig ist es dann noch, wenn mir Analytics erzählt, ich hätte 1000 Besucher gehabt. In Wirklichkeit hatte ich vielleicht 4000… wer weiß!

Es muss (falls man denn tracken will) eine Alternative her. Hier stelle ich die in meinen Augen zwei sinnvollsten Alternativen vor.

WP Statify

Viele Website-Besitzer wollen eigentlich nur wissen, wie viele Besucher auf der Website waren und ggf. noch, welche Seiten dabei am häufigsten besucht wurden. Erweiterte Statistiken, wie Google Analytics sie liefert, müssen ja auch erst einmal korrekt analysiert und daraus Schlüsse gezogen werden.

Daher ist oft das kleine und kostenlose Plugin Statify der deutschen Schmiede pluginkollektiv schon völlig ausreichend. Es zeigt im WordPress Dashboard an, woher die Besucher kamen, welche Seiten sie besonders häufig besucht haben und wie viele Besucher es an welchen Tagen waren.

Statify Dashboard
Das Dashboard von Statify. Einfach und übersichtlich.

Matomo auf dem eigenen Server,  ohne Cookies

Eine deutlich umfangreichere Tracking-Methode bietet Matomo (bevorzugt installiert auf demselben Server wie die zu trackende Website) und die Einbindung des Matomo Tracking-Codes ohne Cookies.

Das hat den MASSIVEN Vorteil, dass in diesem Fall KEIN Cookie-Banner mehr benötigt wird und der Besucher auch nicht VORHER gefragt werden muss. Natürlich muss in der Datenschutzerklärung immer noch auf die Verwendung von Matomo hingewiesen werden und eine Möglichkeit zum Opt-Out gegeben werden. Aber wer macht sich schon diese Mühe? Wenn überhaupt nur ein kleiner Teil der Nutzer. Daher sind die Tracking-Ergebnisse, die hier erzielt werden noch realistisch, im Gegensatz zu denen von Analytics mit Opt-In. Wenn das cookielose Matomo sagt, dass 500 Besucher da waren kann man davon ausgehen, dass dem auch so war. Die Einstellung für den cookielosen Tracking-Code versteckt sich hinter dem Link „erweitert“ in den Tracking-Code Einstellungen.

Matomo Tracking Ohne Cookies Matomo Tracking Ohne Cookies 2

Nachteil der Cookielosen Einbindung von Matomo

Was ist der Haken an dieser Variante? Eigentlich nur einer: Das Tracking erkennt nicht mehr, ob ein Besucher schon vorher einmal auf der Website war. Es hat sozusagen Tracking-Alzheimer. Jeder Besucher ist ein neuer Besucher, der noch nie vorher da war. Denn um die wiederkehrenden Besucher zu erkennen war ein Cookie nötig, das nun wegfällt. In meinen Augen ein verschmerzbarer Verlust. Alle anderen Daten werden erfasst (verwendete Betriebssysteme, Browser, Länder, ….)

Fazit

Wenn man also Wert auf Tracking legt, muss man dringend darauf achten, sich an die Vorgaben von DSGVO und EUGh zu halten. Empfindliche Strafen drohen sonst. Man sollte sich also erst mal überlegen ob man das Tracking überhaupt braucht (denn wenn es z.B. nie ausgewertet wird, kann man es sich auch sparen) und wenn doch, welche Daten man denn dringend braucht oder möchte. Danach kann man dann entscheiden, wie man das Tracking umsetzen möchte. Auch hier führen viele Wege nach Rom und langsam aber sicher strömen auch immer mehr Anbieter auf den Markt, die gesetzeskonformes Tracking anbieten. Diese möchte ich aber hier nicht aufführen da ich bevorzuge, die Daten in eigener Hand zu behalten und so auch genau zu wissen was damit geschieht.

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